Skip to content
Redemittel für Goethe B1 Sprechen

Redemittel für Goethe B1 Sprechen

Die mündliche Prüfung des Goethe-Zertifikats B1 dauert etwa 15 Minuten und findet in der Regel zu zweit statt. Sie besteht aus drei Teilen: gemeinsam etwas planen, ein Thema präsentieren und auf die Präsentation des Partners reagieren. Bewertet werden nicht nur Korrektheit, sondern auch Flüssigkeit und Interaktion. Genau hier helfen feste Redemittel: Sie überbrücken Denkpausen und zeigen den Prüfern, dass Sie ein Gespräch aktiv steuern können.

Wichtig vorab: Lernen Sie die Sätze laut, nicht still. Ein Redemittel, das Sie nie ausgesprochen haben, steht Ihnen in der Prüfung nicht zur Verfügung.

Teil 1: Gemeinsam etwas planen

In diesem Teil organisieren Sie mit Ihrem Prüfungspartner etwas, zum Beispiel eine Feier oder einen Ausflug. Die Prüfer wollen echte Interaktion sehen: Vorschläge machen, reagieren, sich einigen.

Das Gespräch eröffnen:

  • "Wir sollen ja zusammen ... planen. Wollen wir mit dem Termin anfangen?" – Zeigt sofort, dass Sie das Gespräch strukturieren.
  • "Hast du schon eine Idee, wie wir das machen könnten?" – Bindet den Partner ein, statt einen Monolog zu halten.

Vorschläge machen:

  • "Ich schlage vor, dass wir ..." – Der Klassiker, passt in jede Planung.
  • "Wie wäre es, wenn wir am Samstag ...?" – Klingt natürlicher als ein reiner Aussagesatz.
  • "Wir könnten doch zuerst ... und danach ..." – Zeigt, dass Sie in Abläufen denken.

Zustimmen:

  • "Das ist eine gute Idee, das machen wir so." – Kurz, klar, treibt das Gespräch voran.
  • "Da hast du recht, das ist praktischer." – Zustimmung mit Begründung wirkt stärker als ein bloßes Ja.
  • "Einverstanden, und wer kümmert sich um ...?" – Zustimmen und gleich den nächsten Punkt öffnen.

Höflich widersprechen:

  • "Ich weiß nicht, ob das klappt, denn ..." – Widerspruch ohne Härte.
  • "Das finde ich nicht so gut, weil ... Vielleicht lieber ...?" – Ablehnung immer mit Alternative verbinden.
  • "Stimmt schon, aber wäre es nicht besser, wenn ...?" – Teilzustimmung plus Gegenvorschlag, ein sehr B1-typisches Muster.

Sich einigen und abschließen:

  • "Gut, dann machen wir es so: ..." – Fassen Sie am Ende die Ergebnisse zusammen, das rundet den Teil ab.
  • "Also, du übernimmst ... und ich kümmere mich um ..." – Aufgabenverteilung zeigt echte Planungskompetenz.

Teil 2: Ein Thema präsentieren

Sie halten eine kurze Präsentation zu einem Alltagsthema, meist entlang vorgegebener Folien: Einleitung, persönliche Erfahrungen, Situation im Heimatland, Vor- und Nachteile, Abschluss.

Einstieg:

  • "In meiner Präsentation geht es um das Thema ..." – Der sichere Standardeinstieg.
  • "Ich möchte heute über ... sprechen und beginne mit meinen eigenen Erfahrungen." – Kündigt zugleich die Struktur an.

Persönliche Erfahrungen:

  • "Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass ..."
  • "Bei mir zu Hause war es so, dass ..." – Konkrete Beispiele bringen mehr als allgemeine Sätze.

Situation im Heimatland:

  • "In meinem Heimatland ist es üblich, dass ..."
  • "Im Vergleich zu Deutschland gibt es bei uns ..." – Der Vergleich liefert automatisch Struktur.

Vor- und Nachteile:

  • "Ein großer Vorteil ist, dass ..."
  • "Auf der anderen Seite darf man nicht vergessen, dass ..." – Signalisiert den Wechsel der Perspektive.
  • "Einerseits ..., andererseits ..." – Nur verwenden, wenn beide Hälften wirklich kommen.

Abschluss:

  • "Zusammenfassend kann ich sagen, dass ..."
  • "Damit bin ich am Ende meiner Präsentation. Vielen Dank fürs Zuhören." – Ein klares Ende verhindert das peinliche Verstummen.

Teil 3: Feedback geben und auf Fragen reagieren

Nach jeder Präsentation gibt der Partner eine Rückmeldung und stellt eine Frage. Auch die Prüfer fragen nach. Dieser Teil ist kurz, wird aber oft schlecht vorbereitet.

Feedback geben:

  • "Vielen Dank für deine Präsentation, sie war sehr interessant." – Der Einstieg, den Sie immer brauchen.
  • "Besonders gut fand ich, dass du ... erklärt hast." – Ein konkreter Punkt wirkt glaubwürdiger als allgemeines Lob.
  • "Mich hat überrascht, dass ..." – Zeigt, dass Sie wirklich zugehört haben.

Eine Frage stellen:

  • "Ich hätte noch eine Frage: Wie ist das bei dir persönlich mit ...?"
  • "Du hast gesagt, dass ... Kannst du das genauer erklären?" – Bezieht sich direkt auf das Gehörte, genau das wird belohnt.

Auf Fragen antworten und Zeit gewinnen:

  • "Das ist eine gute Frage. Ich denke, dass ..." – Verschafft zwei Sekunden Denkzeit.
  • "Könnten Sie die Frage bitte wiederholen?" – Völlig legitim und besser als Schweigen.
  • "Ehrlich gesagt habe ich darüber noch nicht nachgedacht, aber spontan würde ich sagen ..." – Rettet auch unerwartete Fragen.

So werden aus Redemitteln Punkte

Wählen Sie pro Kategorie zwei Favoriten aus und trainieren Sie diese, bis sie automatisch kommen. Zwanzig sicher beherrschte Sätze schlagen fünfzig halb gelernte. Sprechen Sie dann komplette Prüfungen laut durch: In der Faust-Simulation üben Sie Planungsgespräch, Präsentation und Feedback am Stück und merken schnell, welche Redemittel Ihnen unter Zeitdruck wirklich einfallen. Alle Details zum Ablauf des Moduls finden Sie auf der Seite Goethe B1 Sprechen.

Viele dieser Formulierungen brauchen Sie übrigens doppelt: Meinung, Vorschlag und Begründung sind auch das Gerüst des Diskussionsbeitrags im Modul Goethe B1 Schreiben. Wer die Redemittel spricht und schreibt, verankert sie doppelt so schnell.

Faust Academy ist ein unabhängiger Anbieter und steht in keiner Verbindung zum Goethe-Institut e.V. Goethe-Zertifikat ist eine Marke des Goethe-Instituts.